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J-Plasma (Renuvion): Hautstraffung nach der Fettabsaugung erklärt

Von Op. Dr. Göktuğ Esmer · Aktualisiert: 28. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Kurz gesagt: J-Plasma, für ästhetische Anwendungen unter dem Namen Renuvion vermarktet, ist ein Gerät, das Heliumgas mithilfe von Radiofrequenzenergie (RF) in Plasma umwandelt. Es wird meist am Ende einer Fettabsaugung in derselben Sitzung und über dieselben kleinen Schnitte unter der Haut angewendet, mit dem Ziel, dass sich leicht bis mäßig erschlaffte Haut besser an die neue Kontur anlegt. In den USA hat die FDA die Anwendung im Gewebe unter der Haut nach einer Fettabsaugung zur ästhetischen Körperformung am 27. April 2023 freigegeben. Bei Doctor G wird J-Plasma bei geeigneten Patienten nach einer Beurteilung der Hautqualität in derselben Sitzung wie die Fettabsaugung eingesetzt. Überschüssige Haut kann es nicht entfernen; bei deutlichem Hautüberschuss ist eine hautentfernende Operation wie eine Bauchdeckenstraffung nötig.

Was genau ist J-Plasma / Renuvion?

J-Plasma und Renuvion sind Namen aus derselben Technologiefamilie des Herstellers Apyx Medical. J-Plasma ist das chirurgische System, das seit Langem in Operationssälen zum Schneiden von Gewebe und zur Blutstillung eingesetzt wird; Renuvion ist der Markenname für ästhetische Anwendungen. Das Prinzip ist einfach: Heliumgas, das durch eine dünne Spitze strömt, wird durch RF-Energie ionisiert und wird so zu Plasma. Dieses Plasma gibt sehr kurz und kontrolliert Wärme an das Gewebe ab, mit dem Ziel, die Ausbreitung der Wärme in die Umgebung zu begrenzen.

Bei der Körperformung wird das Gerät unter der Haut und nicht auf ihrer Oberfläche eingesetzt. Nachdem das Fett per Fettabsaugung entfernt wurde, wird ein dünnes Handstück über dieselben Zugänge eingeführt, und die Unterseite der Haut sowie das Bindegewebsnetz zwischen Haut und Muskel werden erwärmt. Die Idee dahinter: Dieses Gewebe zieht sich zusammen, sodass sich die Haut gleichmäßiger über die dünnere Fettschicht legt. In einer veröffentlichten Serie mit 180 Patienten waren Bauch, Oberschenkel und Arme die am häufigsten behandelten Areale, und bei 75 % der Patienten wurde in derselben Sitzung auch eine VASER-Fettabsaugung durchgeführt.

Was es bewirken soll und was es nicht kann

Die Fettabsaugung reduziert Fett, strafft die Haut aber nicht aktiv. Haut mit guter Elastizität zieht sich nach Entfernung des Fettes von selbst zurück. Haut mit grenzwertiger Elastizität kann dagegen leicht schlaff zurückbleiben. Genau auf diese Gruppe zielt J-Plasma: Patienten ohne echten Hautüberschuss, bei denen aber unsicher ist, wie gut sich die Haut zurückbildet.

  • Was es bewirken soll: leicht bis mäßig erschlaffter Haut helfen, sich nach der Fettabsaugung besser zurückzuziehen; das Erscheinungsbild schlaffer Haut an Hals und unter dem Kinn verbessern.
  • Was es nicht kann: überschüssige Haut entfernen, eine überhängende Hautfalte korrigieren, die sich beim Vorbeugen zeigt, auseinandergewichene Bauchmuskeln (Rektusdiastase) reparieren oder Dehnungsstreifen unterhalb des Nabels entfernen.

Die American Society of Plastic Surgeons (ASPS) betont grundsätzlich dasselbe: Haut kann sich nur begrenzt zusammenziehen, und wo ein Überschuss besteht, muss er gegebenenfalls chirurgisch entfernt werden. Dann kommt eine hautentfernende Operation wie eine Bauchdeckenstraffung oder, an den Oberarmen, eine Oberarmstraffung ins Gespräch.

J-Plasma bei Doctor G

Op. Dr. Göktuğ Esmer wendet J-Plasma (Renuvion) bei geeigneten Patienten in derselben Sitzung wie eine Fettabsaugung, VASER-Fettabsaugung oder 360-Grad-Fettabsaugung an. Das Gerät wird über dieselben kleinen Zugänge unter der Haut eingesetzt, über die auch das Fett entfernt wird; zusätzliche Schnitte sind daher nicht nötig, und die Erholung folgt dem Verlauf der Fettabsaugung.

Ob J-Plasma eingesetzt wird, entscheidet sich nach einer Beurteilung Ihrer Hautqualität. Sie beginnt mit einer persönlichen Untersuchung oder, bei Patienten im Ausland, mit Fotos und einer Online-Beratung; der endgültige Plan wird bei der Untersuchung in Istanbul bestätigt. Hautelastizität, Dehnungsstreifen, das Ausmaß des Hautüberschusses und wie lange Ihr Gewicht schon stabil ist, werden gemeinsam betrachtet. Bei deutlichem Hautüberschuss wird statt J-Plasma oder zusätzlich dazu eine hautentfernende Operation besprochen.

FDA-Freigaben

In den USA hat das Gerät schrittweise 510(k)-Freigaben der FDA für verschiedene Anwendungen erhalten. Hier ein einfacher Zeitstrahl:

DatumFreigegebene Anwendung
Mai 2022Das auf der Hautoberfläche eingesetzte „Dermal“-Handstück: mäßige bis starke Falten bei den Fitzpatrick-Hauttypen I–III.
Juli 2022Das unter der Haut eingesetzte APR-Handstück: Verbesserung des Erscheinungsbilds schlaffer Haut an Hals und unter dem Kinn.
Februar 2023Das APR-Handstück: Koagulation und Kontraktion von Weichgewebe, einschließlich des Gewebes unter der Haut.
27. April 2023„Koagulation subkutaner Weichgewebe nach einer Fettabsaugung zur ästhetischen Körperformung.“

Eine 510(k)-Freigabe bedeutet, dass die FDA das Gerät als im Wesentlichen gleichwertig mit einem ähnlichen, bereits auf dem Markt befindlichen Gerät eingestuft hat und dass es für die angegebene Anwendung vermarktet werden darf. Die Anwendung am Körper wird allgemein als „nach einer Fettabsaugung“ beschrieben, ohne einzelne Areale zu nennen; in der Praxis werden Bauch, Oberschenkel und Arme am häufigsten behandelt. Die FDA empfiehlt Behandelnden außerdem, die Anweisungen und Schulungen des Herstellers zu befolgen und Patienten mitzuteilen, welches Gerät verwendet wird.

Was zeigen die Studien?

Die wichtigsten veröffentlichten Studien zu dem Gerät sind:

  • Studie zu Hals und Kinnpartie (Ruff, 2023): Die Studie, auf der die FDA-Freigabe beruht, fand an Tag 180 in einer verblindeten Fotoauswertung bei 82,5 % der Patienten eine Verbesserung; schwerwiegende gerätebedingte Nebenwirkungen wurden nicht berichtet.
  • Randomisierte Studie nach massivem Gewichtsverlust (Barone, 2025): Bei 76 Patienten mit einer Lipoabdominoplastik hatte die Gruppe, die zusätzlich Renuvion erhielt, nach 6 Monaten, 1 Jahr und 2 Jahren bessere BODY-Q-Hautwerte. In dieser Studie wurde das Gerät zusätzlich zur hautentfernenden Operation eingesetzt.
  • Metaanalyse (Shridharani, 2026): Über 34 Studien und 3.508 Patienten hinweg lag die Patientenzufriedenheit bei 92 %. Da die Studien unterschiedliche Methoden verwendeten, sind die Ergebnisse in diesem Zusammenhang zu lesen.

Praktisch bedeutet das: J-Plasma ergänzt einen Plan für die Fettabsaugung. Die Grundlage des Ergebnisses ist eine gut geplante Fettabsaugung, und das Gerät wird bei Patienten, deren Hautqualität dazu passt, als Teil dieses Plans erwogen.

Mögliche Nebenwirkungen

Wie jeder chirurgische Eingriff hat auch J-Plasma mögliche Nebenwirkungen. Die meisten ähneln denen nach einer Fettabsaugung und sind vorübergehend:

  • Vorübergehende Schwellung und Blutergüsse
  • Taubheit oder veränderte Empfindung im behandelten Areal
  • Flüssigkeitsansammlung unter der Haut (Serom), die manchmal mit einer Nadel punktiert werden muss
  • Selten Verbrennungen oder Veränderungen der Hautfarbe

Diese Risiken werden durch die Schulung des Chirurgen mit dem Gerät, eine sorgfältige Patientenauswahl, die Einhaltung des Herstellerprotokolls und die Wahrnehmung Ihrer Nachsorgetermine so gering wie möglich gehalten. Ihre individuellen Risiken werden im Beratungsgespräch ausführlich besprochen.

Wer kann profitieren, und wer braucht etwas anderes?

  • Kann infrage kommen: Patienten, die eine Fettabsaugung planen, ein stabiles Gewicht haben und eine leichte bis mäßige Erschlaffung ohne überhängende Hautfalte; Menschen mit leichter Erschlaffung an Hals und unter dem Kinn.
  • Reicht meist nicht aus: deutlicher Hautüberschuss, eine „Schürze“ aus Haut, die beim Vorbeugen herabhängt, dichte Dehnungsstreifen unterhalb des Nabels, Rektusdiastase oder Hautfalten nach massivem Gewichtsverlust.

Die Grenze zwischen „leicht bis mäßig“ und „deutlich“ ist kein formales Kriterium, sondern eine klinische Einschätzung bei der Untersuchung. Wie diese Entscheidung am Bauch getroffen wird, erklären wir in unserem Artikel Bauchdeckenstraffung oder Fettabsaugung.

Fragen an Ihren Chirurgen

  • Welches Gerät und welche Marke werden verwendet?
  • Welche Schulung und praktische Erfahrung hat der Chirurg mit diesem Gerät?
  • An welchen Arealen würde es eingesetzt, und warum?
  • Welches Ergebnis wäre ohne das Gerät zu erwarten, und was könnte es realistisch hinzufügen?
  • Wie werden die Nachsorgetermine nach der Operation geplant?
  • Wäre bei überschüssiger Haut eine hautentfernende Operation für mich besser geeignet?

Wie und wann entwickeln sich die Ergebnisse?

Die ersten Wochen ähneln der Erholung nach jeder Fettabsaugung: Schwellung, Blutergüsse und ein Kompressionsmieder. Gewebekontraktion und Heilung brauchen Zeit, und in den Studien wurden die Ergebnisse meist nach etwa sechs Monaten beurteilt. Da es keine verlässlichen Daten zu einer J-Plasma-spezifischen Schwellung gibt, richten sich Tragedauer des Mieders und Kontrolltermine nach dem Protokoll Ihres Chirurgen. Für den allgemeinen Überblick lesen Sie unsere Artikel zum Kompressionsmieder nach der Fettabsaugung und dazu, wann das Ergebnis der Fettabsaugung sichtbar wird.

Wenn Sie aus dem Ausland anreisen, finden Sie auf unserer Seite für internationale Patienten Informationen zu Planung und Aufenthaltsdauer. Um herauszufinden, welcher Ansatz zu Ihrer Hautqualität passt, können Sie über unsere Kontaktseite eine Untersuchung bei Op. Dr. Göktuğ Esmer vereinbaren.

Quellen

Die allgemeinen Informationen in diesem Beitrag stützen sich auf die folgenden Organisationen und Veröffentlichungen.

  1. 510(k) Premarket Notification – Renuvion APR Handpiece (K230272) (FDA)
  2. Safety and Efficacy of Renuvion Helium Plasma to Improve the Appearance of Loose Skin in the Neck and Submental Region (PubMed)
  3. Helium Plasma Radiofrequency for Aesthetic Subdermal Treatment: A Systematic Review and Meta-Analysis (PubMed)
Op. Dr. Göktuğ Esmer — Dr. Göktuğ Esmer ist Facharzt für Ästhetische, Plastische und Rekonstruktive Chirurgie und Mitglied der ISAPS und TPRECD. Dieser Artikel dient der allgemeinen Information; Ihr persönlicher Plan wird nach dem Beratungsgespräch bestätigt.

Häufig gestellte Fragen

Sind J-Plasma und Renuvion dasselbe?

Es sind Namen aus der Technologiefamilie desselben Herstellers. J-Plasma ist das chirurgische System, Renuvion der Markenname für ästhetische Eingriffe. Beide wandeln Heliumgas mithilfe von RF-Energie in Plasma um.

Kann J-Plasma eine Bauchdeckenstraffung ersetzen?

Nein. Das Gerät kann weder überschüssige Haut entfernen noch eine überhängende Falte korrigieren oder auseinandergewichene Bauchmuskeln reparieren. Patienten mit deutlichem Hautüberschuss brauchen eine hautentfernende Operation wie eine Bauchdeckenstraffung; J-Plasma kommt dabei höchstens als Ergänzung infrage.

Ist J-Plasma von der FDA zugelassen?

Formal verfügt es über 510(k)-Freigaben der FDA. Im Juli 2022 wurde es zur Verbesserung des Erscheinungsbilds schlaffer Haut an Hals und unter dem Kinn freigegeben und am 27. April 2023 für die Koagulation subkutaner Weichgewebe nach einer Fettabsaugung zur ästhetischen Körperformung.

Welche Nebenwirkungen sind möglich?

Am häufigsten sind vorübergehende Schwellung, Blutergüsse, Taubheit und Serom; selten können Verbrennungen oder Veränderungen der Hautfarbe auftreten. Die Schulung des Chirurgen mit dem Gerät, eine sorgfältige Patientenauswahl und die Einhaltung des Herstellerprotokolls halten diese Risiken so gering wie möglich. Ihre individuellen Risiken werden im Beratungsgespräch besprochen.

Wann sehe ich das Ergebnis?

In den ersten Wochen kommt es wie nach einer Fettabsaugung zu Schwellung und Blutergüssen. Die Gewebekontraktion braucht Zeit, und Studien haben die Ergebnisse meist nach etwa sechs Monaten beurteilt. Tragedauer des Mieders und Kontrolltermine richten sich nach dem Protokoll Ihres Chirurgen.

Wie wird J-Plasma bei Doctor G eingesetzt?

Bei geeigneten Patienten wird es in derselben Sitzung wie eine Fettabsaugung, VASER-Fettabsaugung oder 360-Grad-Fettabsaugung über dieselben kleinen Zugänge angewendet, über die auch das Fett entfernt wird. Ob es eingesetzt wird, entscheidet sich nach einer persönlichen oder Online-Beurteilung der Hautqualität.

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